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Wegen des
üblen Wetters in Deutschland entschließen wir uns kurzfristig - nach Wettercheck
Italien - für eine Busreise nach Venedig. Um 5:20 Uhr werden wir mit dem
Sammelbus abgeholt, Umsteigen in Donauwörth und weiter nach München. Hier
ein Umweg quer durch die Stadt um noch ein Pärchen (Stammgäste) aufzunehmen.
Trotz des befürchteten Staus (Brennerblockade in den Herbstferien), verlief
der Rest der Anreise zügig. Unterwegs in Südtirol leuchten uns die bunten
Herbstfarben der Weinhänge entgegen, auch die vielen Burgen an den Berghängen
stechen durch das bunte Laub besonders hervor.
Für ständige Unterhaltung sorgt eine Gruppe von "Menschen mit geistiger
Behinderung", die bei ihren Gesprächen über Schlafgewohnheiten etc...,
kein Blatt vor dem Mund nehmen. Nach 10 Std. Fahrt erreichen wir unser
Hotel Holiday in Venedig Mestre. Ganz pfiffig das Kartenschloss an der
Zimmertür, das allerdings nicht funktioniert. Auch die Heizung läuft auf
vollen Touren.
Laut Prospekt
sollen es nur 10 Minuten zum Venedig Zentrum sein, was sich natürlich
schnell als Trugschluss herausstellt. Schon allein der Bustransfer zum
Parkplatz Tronchetto dauert länger als 20 Minuten - die Bootsfahrt weitere
30. Den Markusplatz erreichen wir noch kurz vor Sonnenuntergang
(17 Uhr). Eine Stunde Aufenthalt und wieder zurück zum Hotel.
Etwas ausgehungert freuen wir uns auf das Abendmenü, das so mager ausfällt,
dass nicht einmal Philipp (8 Jahre alt) satt wird. Na ja, wie geht's da
unserem Tischnachbarn der mindestens 120 kg auf die Waage bringt? Nervig
ist auch die Hektik des Kellners der nach dem Auftischen des Desserts
auch gleich abkassiert. Jedenfalls verlassen wir das Restaurant nach einer
halben Stunde Aufenthalt. :-(
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Bereits um
6:30 Uhr werden wir telefonisch aus den Federn geschmissen. Erst eine kühle
Dusche bringt uns wieder auf Normaltemperatur. Die Nacht war tropisch heiß
- das Heizungsgebläse lief auf vollen Touren und lies sich trotz computergesteuerten
Schnickschnack nicht zurückregeln. Auch das Gespräch am Vorabend mit dem
Portier verlief erfolglos. Der Blick aus dem Fenster....Nebel! Das mittelmäßige
Frühstück ist keine Entschädigung für die d urchgeschwitzte
Nacht.
Um 8:30 Uhr stehen wir bereit zur Überfahrt nach Venedig. Leider gibt's
im kinderfreundlichen Italien keine Kinderermäßigung.
Per Linienschiff pendeln wir zum Piazzale Roma, weiter entlang des Canale
Grande auf die andere Seite der Stadt - Umsteigen..., Umsteigen und weiter....
Langsam nervt die ständige Schunklerei mit den überfüllten Booten, nur Philipp
bekommt nicht genug. Nach drei Stunden Nebelfahrt und etlichen Bootswechseln
erreichen wir s chließlich
Torcello. Von der Schiffsanlegestelle aus müssen wir etwa 15 Minuten laufen,
bis man zu den ersten Häusern vorrückt. Langsam brechen gegen Mittag vereinzelte
Sonnenstrahlen hinter der Nebeldecke hindurch. Kurze Zeit später verzieht
er sich und bringt uns somit einen sonnigen Tag. Torcello ist die
kleinste der bekannten Laguneninseln, sie liegt gleich neben Burano und
ist die Insel der Einsamkeit und Stille, die jeden Besucher sofort mit ihrer
Landschaft fesselt. Besonderes Augenmerk verdienen die Kirche Santa Fosca
und die Kathedrale S. Maria Assunta. Exponate der heute noch nicht abgeschlossenen
Ausgrabungen sind hier zu besichtigen. Den typischen Touristen-Kitsch findet
man hier kaum, es gibt so gut wie keine Geschäfte. |
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Nach einer
Stunde Aufenthalt geht's zurück Richtung Venedig zur Insel Burano.
Schon bei der Ankunft verspüren wir die Ruhe die dieses Kleinod ausstrahlt.
Im Gegensatz zu Venedig findet man hier weder Hektik noch Lärm.
Der malerische Ort mit seinen bunten, farbenfrohen Häusern- die in dieser
Farbenvielfalt nur auf Burano zu finden sind - erweckt Begeisterung pur.
Fast jedes Häuschen ist liebevoll mit Blumen geschmückt und somit ein
eigenes Schmuckstück. Die Kanäle, teils so eng und mit kleinen bunten
Fischerbooten überfüllt, dass es schiffstechnisch g esehen
kaum möglich ist sie zu durchqueren. Auch die Seitengassen sind oft nur
zwei Meter breit. Sie enden immer wieder an verträumten Innenhöfen. Manchmal
müssen wir unter Wäsche hindurch kriechen, die quer über die Straße hängt.
Natürlich ist es traumhaft schön hier und es werden massig Fotos geschossen.
Ein wenig abseits vom Touristenstrom gibt's immer noch Gassen und Plätze,
wo einem nicht die Massen der Souvenirjäger auf der ständigen Suche nach
markanten und einmaligen Beutestücken begegnen.
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Die
kleine Laguneninsel hat weder eine alte Tradition noch berühmte Baudenkmäler
aufzuweisen. Einzige Existenzgrundlage der Inselbewohner war Jahrhunderte
lang neben dem Fischfang die Spitzenklöppelei. Die Frauen haben sich damit
die Zeit vertrieben, solange ihre Männer auf See waren. Noch heute ist
diese Handwerkskunst das Markenzeichen von Burano. Ob die in den vielen
Läden angebotenen Stickereiarbeiten wirklich alle Handarbeit sind, darf
in Anbetracht der Masse doch ernsthaft bezweifelt werden. Aber die einheimische
Bevölkerung will ja schließlich auch leben.
Einen guten Sitzplatz am Bug des Schiffes erbeuten wir bei der Überfahrt
nach Murano. Die Insel Murano verdankt ihren Ruf in erster Linie
der Herstellung des weltberühmten Murano-Glases.
Unzählige Glasfabriken und Läden bieten ihre Produkte zum Kauf an. Die
Palette reicht von hemmungslosem Kitsch bis zur exzellenten Glasbläserkunst.
In einer Glasbläserei wird uns ein kurzer Einblick in die Kunst des Glasblasens
gewährt. In weniger als fünf Minuten wird ein kleines Glaspferdchen hergestellt
- Philipp ist ganz begeistert.
Heute beim Abendessen ein neuer Rekord, wir schaffen es in 25 Minuten.
:-((( Gleich nach uns folgt eine Gruppe Japaner, deshalb die Hektik.
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Mit Sonnenschein
begrüßt uns dieser Tag, ausgeruht - weil der Fernseher nicht funktionierte
- und voll Tatendrang treibt uns der Hunger Richtung Hotelspeisesaal.
Anschließend das Übliche - Fahrt zum Parkplatz Tronchetto, Ticketkauf
und Überfahrt nach San Marco. Etwas angenervt von den stän dig
überfüllten Booten und der ewigen Fahrerei entschließen wir, uns von der
Gruppe zu trennen und zu Fuß vom Parkplatz - quer durch die Stadt - nach
San Marco zu laufen. Ein netter Venezianer erklärt uns den Weg zum Piazzale
Roma, den wir nach 30 Minuten Fußmarsch erreichen. Entlang des Canale
Grande, der die größte Wasserstraße Venedigs ist und die Stadt in
zwei hälften trennt, lassen wir uns Richtung Rialto-Brücke treiben.
Die 1588 vollendete Brücke, das wohl bekannteste Wahrzeichen Venedigs,
verbindet die beiden Ufer des Canale Grande an seiner engsten Stelle.
Reges treiben herrscht am Fischmarkt, der gleich um die Ecke ist. Etwas
verängstigt wirkt Philipp, als ein Venezianer in einen Korb mit lebenden
Hummern grabscht.
Abseits des Touristenstroms geht's weiter durch superschmale Gassen, oft
nicht mal 2 Meter breit. Man trifft nur wenige Touristen. In dementsprechend
schlechtem Zustand sind auch die Gebäude in dieser Gegend. Wir nähern
uns dem Marcusplatz. Hier findet man im Stil der alten Zeit neu renovierte
Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zu alten Häusern, an denen der
Zahn der Zeit und das Lagunenwasser ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen
haben. Vielleicht ist es gerade dieses Nebeneinander von neu und alt oder
auch mondän und verfallen, das einen ganz besonderen Reiz auf uns ausübt.

Eine Erinnerung an den alten Hitchcockstreifen "Die Vögel" jagt mir durch
den Kopf, als tausende von Tauben am Marcusplatz plötzlich aufschrecken.
Hier herrscht reges Treiben - kaum vorstellbar, dass er erst vor einer
Woche unter Wasser stand. Nur noch Stege am Platzrand erinnern daran.
Vermutlich ist San Marco die erste touristische Anlaufstelle, sie verdankt
ihre Schönheit den goldfarbenen Mosaiken im Inneren der Kirche. Neben
Dogenpalast, Campanile und Seufzerbrücke gibt's hier noch einiges zu bewundern.
Leider reicht uns die Zeit nicht aus. 
Peter, einer
der geistig Behinderten ging am Marcusplatz seine eigenen Wege. Ganz aufgelöst
stoßen die beiden Aufsichtspersonen - kurz vor unserer Rückfahrt zu uns
und berichten vom Verlust. 20 Minuten später sind wir alle sehr erleichtert,
als sie mit Peter im Schlepptau wieder aufkreuzen um die Rückfahrt anzutreten.
Kurz vor
München noch ein Abstecher in ein Landgasthaus. Hier gibt's Schnitzel
die über den Tellerrand hinausragen - aber Ringsherum und dass bei großen
Tellern.: Naja, die haben wir uns auch verdient, nach den vergangenen
Tagen.
Franz Sebald
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